Der Ritterkreuzträger Eberhard Schmalz

 

Schmalz hier noch als Unteroffiziersdienstgrad mit dem

Deutschen Kreuz in Gold und weiteren Auszeichnungen

 

 

Eberhard Schmalz

Träger des Ritterkreuzes zum Eisernen Kreuz

Leutnant Eberhard Schmalz erhielt diese Auszeichnung am 11.03.1945 als Zugführer der

Panzer Jäger Kompanie 1102

der 102. Infanterie Division

Dieser hochdekorierte Offizier starb im Oktober 2002

Schmalz diente ab September 1939 bis November 1942 als Kradmelder bei der Panzerjäger Abteilung 43 unter dem Ritterkreuzträger Manfred Beutner. 

Ab November 1942 dann als Unteroffizier auf einem Panzerjäger "Marder III"

 

Aus dem Leben des Ritterkreuzträgers Eberhard Schmalz

 

Ein Einsatzbericht

 

Eberhard Schmalz befehligte bis Ende 1943 einen „Marder III“ auf der Basis des tschechischen 38 t Panzers.

 

Mit diesem Panzerjäger ausgerüstet, kämpfte er in der Panzer Jäger Abteilung 43 , welche zur 8. Panzer Division gehörte.

 

Anfang Dezember 1942, als die 8. Panzer Division noch in der Ruhestellung im Bereich Smolensk / Briansk lag, zeichnete Schmalz sich mit seinem Geschütz während dieser Zeit mehrfach aus.

 

Das hügelige, für Panzer geeignete Gebiet wäre ein großer Vorteil gewesen, wenn die Anzahl der „Marder III“ nicht so gering gewesen wäre. Es kam dazu, dass Panzerjäger als Infanteristen eingesetzt werden mussten.

 

Ich richtete mein Geschütz im Schutz eines Hügels in Richtung feindliche Frontlinie ein. 30 Meter zurück befand sich der Bunker des Abteilungskommandeurs. Er selbst verfügte über keinen Panzerjäger, sodass die Frage aufkam, wie die Abteilung im Falle eines Angriffs geführt werden sollte.

 

Am 5. Dezember 1942 hörte ich den Ruf: „Panzeralarm!!“ Sofort stieg ich mit meiner Besatzung in unseren „Marder“. Gerade als wir unseren „Jäger“ erreichten, kamen russische T – 34 Panzer in Sichtweite. Sie kurvten auf einem Hügel am Horizont herum. Sofort wurde das Geschütz auf den ersten feindlichen Panzer gerichtet. Granate ins Rohr, Verschluss zu und Feuer!

Die Granate schlug in der Wanne des T – 34 ein und wurde somit außer Gefecht gesetzt. Sofort tauchte der nächste feindliche Panzer auf. Blitzschnell wie bei den Ersten, richteten wir den zweiten Panzer an, Schuss und Treffer! Nachdem mein Geschütz einen dritten Panzer abgeschossen hatte, begriffen die Russen ihre schlechte Ausgangsposition und zogen sich, einen aussichtslosen Kampf entgegen sehend zurück.

 

Leutnant Schmalz bei der Panzerjäger Abteilung 1102  

 

An den folgenden Tagen wiederholte sich das Drama immer wieder. Die Russen versuchten durchzubrechen und zogen sich nach schweren Verlusten zurück.

 

Am 12. Dezember gab es nach einem Artillerieüberfall einen erneuten Panzerangriff in meinem Bereich. Ich befand mich bereits in meinem „Marder“ als es los ging. Es war bitter kalt und obwohl ich über meiner feldgrauen Panzeruniform noch ein Schneetarnhemd trug, war die Kälte fast unerträglich.

 

Aus meiner guten Deckung heraus feuerte ich auf die feindlichen Panzer. Bei diesem Feuergefecht verloren wir einen Teil der Visiereinrichtung, sodass wir nur noch grob anrichten konnten. Die nächste Granate sollte den Panzer wieder in der Wanne treffen, wir sahen jedoch nur einige Eisenteile vom T 34 wegfliegen. Obwohl wir den Panzer mit der Granate trafen war dieser nicht mal Bewegungsunfähig, die Gefahr war also noch nicht vorbei. Der Abstand zwischen uns und dem T 34 war sehr gering und bevor wir noch neu Laden konnten, drehte der T 34 ein und fuhr auf uns zu. Mit einem kreischenden Geräusch rammte der feindliche Panzer unseren Marder und drückte ihn auf die Seite. Der T 34 fing an sich auf zurichten um unseren Panzerjäger zu überfahren. Der Kampfraum wurde immer enger. Nur durch einen gewagten Sprung in den Schnee konnte ich mich retten.

 

Hier in schwarzer Panzeruniform.

Schön das Wappen, ein "Tigerkopf"  

 

Der T – 34 zog sich etwas zurück, kurz darauf erschien der russische Panzerkommandant im Turm. Der T 34 feuerte in kurzer Entfernung auf unseren „weidwunden Marder“. Ich rollte mich auf die andere Seite des zerstörten Panzerjägers um dem Pistolen oder MG Feuer zu entkommen.

Der T 34 drehte aber ab und kümmerte sich nicht weiter um uns. Sein Ziel waren unsere vordersten Gräben.

 

Während der russische Panzer mir seine Rückseite zeigte, sprang ich zu meinem Geschütz. Ich rüttelte an meinem Fahrer und Gott sei Dank kam er zu sich. Als nächstes überprüfte ich das Geschütz, kam zu dem Ergebnis, das sich die Höhe nicht mehr einstellen lies. Nur noch horizontales Anrichten war noch möglich. Schnell gab ich dem Fahrer den Befehl den Marder einzudrehen. Nun feuerte ich mit einer Gewehrgranate auf den feindlichen T 34. Nichts passierte, weder fing er Feuer noch Qualmte es von innen heraus. Also ein neuer Versuch. Bevor ich erneut anlegen konnte, signalisierte mir die Infanterie, dass der T 34 durch meine Granate, welche am Heck einschlug, doch zum stehen gebracht wurde. Später überprüfte ich nochmals den T – 34 und sah, das ich ihn doch so getroffen hatte, dass er nicht mehr Einsatzbereit war.  

Links: Leutnant Eberhard Schmalz

 

 

Leutnant Kembicky kam zu mir rüber und schüttelte mir die Hand, kurz darauf kam auch der Divisionskommandeur General der Panzertruppe Brandenberger zu mir und beglückwünschte mich zu meinem Erfolg. Sofort würdigte er diese mit einer Woche Urlaub.

 

In der Zeit vom 5. bis 9. Dezember wurde von meinem „Marder“ insgesamt acht T– 34 abgeschossen. Am 24. Dezember 1942 fand ich mich wieder bei meiner alten Einheit ein. Kurz nach meiner Rückkehr wurde ich von Leutnant Kembicky zum Fahnenjunker ernannt. Nie hatte ich daran gedacht einmal einen Offiziersrang tragen zu dürfen. Schnell gewöhnte ich mich aber an diesen Gedanken und nahm mir also vor ein Offizier zu werden.

 

Später wurde ich in den Befehlsbunker gerufen. Mein angeheiterter Abteilungskommandeur Oberleutnant Amsel sah mich an und ihm fielen die „neuen“ Schulterklappen auf. „Die wollte ich ihnen eigentlich selbst geben!“ meinte er knapp. Dann kramte er ein Kästchen heraus und steckte es mir in die Hosentasche. Nachdem ich mich aus dem Bunker abgemeldet hatte zog ich das Kästchen heraus und öffnete es. Es war das „Deutsche Kreuz in Gold“ (24.12.1942). Für mein tapferes Verhalten wurde ich während meines Urlaubs für das Deutsche Kreuz in Gold eingereicht.

 

Später im Jahre 1944 kam Schmalz als Leutnant und Zugführer zur 2. / Panzer Jäger Kompanie 1102 der 102. Infanterie Division. Die 2. Kompanie war die Sturmgeschütz Kompanie der Panzer Jäger Abteilung 102.

 

Mit den Sturmgeschützen ausgerüstet, bewährte sich der Leutnant als Zugführer abermals, sodass ihm am 11.03.1945 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen wurde.

 

Eberhard Schmalz starb im Oktober des vergangenen Jahres

 

Seine weiteren Auszeichnungen waren das Eiserne Kreuz

2. Klasse, welches er am 26.08.1941 erhielt, sowie das

Eiserne Kreuz 1. Klasse am 07.12.1942

 

Eberhard Schmalz